Eine Persona kreieren – Die wichtigsten Steps kurz erklärt

Emilia Haar

In User Experience, Workflow Posted

Ein perfekt auf die Bedürfnisse des Kunden angepasstes Produkt – wahrscheinlich ist das der Traum eines jeden Entwicklers. Doch wer sind die Kunden überhaupt? Wie sind sie auf das Produkt aufmerksam geworden, warum nutzen sie es und was sind ihre Bedürfnisse? Natürlich lassen sich solche Fragen nicht mit einer allumfassenden Aussage beantworten. Eine erfolgsversprechende Annäherung an die Bedürfnisse der Zielgruppe kann jedoch das Entwickeln einer Persona bieten.

Eine Persona spiegelt DAS archetypische Beispiel der Zielgruppe eines Unternehmens wider, denn sie fasst sämtliche charakteristischen Merkmale in einem semifiktionalen Avatar zusammen. Diese Merkmale stammen selbstverständlich nicht von irgendwoher, sondern basieren auf realistischen Daten, die beispielsweise über Kundenbefragungen eingeholt wurden. Zu den Vorteilen, welche weit über die bloße Eingrenzung einer Zielgruppe hinausgehen, zählen unter anderem die Unterstützung bei der Entwicklung neuer Services sowie das Vermeiden finanzieller Einbußen und Streuverluste.

Von der Zielgruppe zur Persona

Bei einer Masse an Kunden sieht man sich schnell einer unüberbrückbaren Hürde gegenübergestellt. Wie lassen sich diese Datenmengen und die damit verbundenen Bedürfnissen innerhalb einer Persona zusammenfassen? Und wie kann in der Entwicklung mit diesen Informationen gearbeitet werden?

Step 1: Die eigenen Ziele definieren

Mittlerweile ist es uns aus sämtlichen Entwicklungsprozessen bekannt: kein Prozess kann in Gang gesetzt werden, ohne ein spezifisches Ziel vor Augen zu haben. So stellt sich beispielsweise die Frage, ob die Persona nur für ein bestimmtes Projekt oder vielleicht sogar unternehmensweit Anwendung finden soll. Darauf aufbauend lassen sich bereits erste Daten eingrenzen, die im Folgenden erhoben, recherchiert und ausgewertet werden.

Step 2: Aussagekräftige Nutzerdaten sammeln

Nutzerdaten lassen sich über unzählige Kanäle erheben. Der Kunde kann im Rahmen einer Umfrage direkt konfrontiert werden oder auch unbewusst Informationen (wie über Klicks) preisgeben. In solchen Fällen empfiehlt sich der Einsatz eines passenden Analysetools wie Google Analytics. Hilfreiche Werkzeuge zur Datenerhebung können aber auch Social-Media- oder Sales-Kanäle sein. Egal ob quantitativ oder qualitativ, extern oder intern: Hauptsache ist, möglichst viele aussagekräftige Daten aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen. Denn je mehr Informationen vorhanden sind, desto umfangreicher lässt sich die Persona gestalten.

Step 3: Die Nutzerdaten aufbereiten

Nun kommt der kräftezehrendste und zugleich aufschlussreichste Schritt in der Erstellung der Persona: die Aufbereitung der Daten. Das Vergleichen der Ergebnisse gibt bereits Aufschluss über Charaktermerkmale, Anforderungen und Bedürfnisse verschiedener Gruppen. Zuallererst untersucht werden sollten die soziodemografischen Merkmale, wie das Geschlecht, das Alter, der Beruf und natürlich auch das damit verbundene Business. Handelt es sich um einen Privatkunden oder sogar um eine B2B-Beziehung zum Unternehmen? Darauf aufbauend können die persönlichen Ziele sowie die Pain Points ausdifferenziert werden. Im Fokus steht, was den Kunden bewegt, was ihn zu dem Produkt oder Unternehmen führt und auch, welche Keywords dieser googelt. Die Informationsquellen dürfen in der Gestaltung der Persona keinesfalls unbeachtet bleiben, da sie Aufschluss über relevante Bezugskanäle geben.  

Step 4: Die Persona schaffen

Es steht nun also fest, welche Merkmale die Zielgruppe definiert. Ähnlich einer Kurzbiografie der Persona können diese nun textlich zusammengefasst werden. Um der Marketingstrategie Persona einen menschlichen Touch zu verleihen, sollte auf folgende Charakteristika zurückgegriffen werden:

  • Der Persona einen sympatischen Namen geben
  • Grobe soziodemografische Details ausarbeiten
  • Infos zum Privatleben, wie den Hobbies und Interessen preisgeben

Es ist in der Planung, die Persona zukünftig unternehmensweit zu implementieren. Wichtig ist also, dass genügend Raum zur Identifikation bleibt.

Sollte sich bereits im Entwicklungsprozess herauskristallisieren, dass eine einzelne Persona nicht die Merkmale der gesamten Zielgruppe abdecken kann, besteht auch die Möglichkeit, mehrere Prototypen zu erstellen. Die Primary Personas spiegeln dabei die Hauptzielgruppe, die Secondary Personas die Randzielgruppe wider.

Step 5: Die Persona in Entwicklungsprozesse integrieren

Die Grundintention einer Persona liegt darin, die Bedürfnisse der Zielgruppe vereinfacht darzustellen und zugänglich zu gestalten. Selbstverständlich ist eine interne Vermarktung in diesem Prozess zwingend notwendig. Nur so haben am Projekt beteiligte Mitarbeiter einen umfangreichern Einblick in die Interessen und Merkmale der Zielgruppe. Das Resultat: Design-, Entwicklungs- und Optimierungsprozesse lassen sich bereits im vornherein mit der Persona abgleichen und Schwachstellen in Zukunft minimieren.

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Wem die kreative Gestaltung eines Profils nicht liegt oder wer bei der Erstellung der Persona auf dem Schlauch stehen sollte, kann sich Abhilfe mit UXPRESSIA verschaffen. Neben zahlreichen Tipps zum erfolgreichen Einsatz von Personas haben Nutzer auch Zugang zu beispielhaften Templates und einer umfangreichen Palette an potentiellen Profilbildern.

Fazit

Personas spiegeln ein archetypisches Beispiel der eigenen Zielgruppe wider. Durch das Zuschreiben charakteristischer Merkmale werden nicht nur Intentionen und Wünsche der Nutzer nachvollziehbar, auch die Zugänglichkeit für am Prozess beteiligte Teammitglieder ist gesichert. So wird für die Entwicklung und Optimierung offengelegt, nach welchen Kriterien das Produkt oder die Dienstleistung ausgerichtet werden sollte, um Lösungsansätze und Optimierungsmöglichkeiten zu konstruieren oder eine erfolgreiche Implementierung in den Markt zu gewährleisten.