Der Product Design Sprint 2: Ein Storyboard erstellen

In Interface Design, User Experience, Workflow Posted

Ein optimiertes Produkt in nur fünf Tagen schaffen – was zunächst einfach nur utopisch klingen mag, wird durch das Durchführen eines Product Design Sprints auf einmal zum Greifen nah.

Mit der Erstellung einer Experience Map kann bereits gute Vorarbeit geleistet werden, denn sie ermöglicht es, potentielle Nutzerszenarien nachvollziehbar zu gestalten. Sobald dieses Netz nun weitergesponnen werden soll, kommen Storyboards ins Spiel. Besonders für Teammitglieder, die nicht so eng mit den technischen Gegebenheiten des Produkts vertraut sind, erweisen sich diese als optimale Methode, sich in die Ausgangslage der User hineinzuversetzen und auf dieser Basis neue Produktkonzepte zu entwickeln. Problematik und Anforderung können so von Team und Steakholdern erfasst und darauf aufbauend bearbeitet werden. Ein besonderer Mehrwert gegenüber der bloßen Weiterverarbeitung trockener Daten liegt dabei in der Orientierung an emotionalen Faktoren, die der fiktionale User beispielsweise im Laufe seiner Produkterfahrung durchlebt. Gerne kann in solchen Fällen auch auf innovative Ansätze wie die Emotion Map von Robert Plutchik zurückgegriffen werden.

Zur Vorbereitung eines Storyboards

Egal ob Comic Strip oder Collage – der gestalterischen Umsetzung sollten im Rahmen des Storyboards keine Grenzen gesetzt werden. Schließlich steht nicht die Ästhetik, sondern der konzeptionelle Gedanke im Vordergrund. Um diese Konzeptideen final in einer Skizze auf Papier zu bringen, bedarf es also lediglich einer geeigneten Unterlage, wie einem Flip Chart oder White Board, sowie Instrumenten der visuellen Umsetzung.

Abhängig davon, ob das Storyboard nun der Optimierung eines bestehenden Produkts oder der Entwicklung eines neuen Produkts dienen soll, kann im Anschluss zwischen zwei Varianten der Skizzen gewählt werden. Wie es der Name bereits verrät, spiegelt das Contextual Storyboard den Nutzungskontext einer Persona und die anschließend resultierenden Anforderungen an eine Anwendung wider. Während diese Umsetzungsform sich besonders für die Verfeinerung von Anwendungen anbietet, können mittels des Experience-Focused Storyboards innovative Konzeptideen festgehalten werden. Im Rahmen der Sessions steht es anschließend allen Teilnehmern offen, den Design Process aktiv durch Ideen zu bereichern und diese gemeinsam zu konzeptualisieren.

Storyboards geben Raum, Neues zu schaffen

Wie sieht ein Storyboard aus?

Am Anfang steht wie so oft die Frage des Ziels. Um einen Product Design Sprint überhaupt erst in die Gänge zu bringen, bedarf es natürlich zu Beginn einer Problematik. Dieses kann die Konzeptualisierung einer visionären Applikation oder ganz einfach die Behebung eines Bugs in einem laufenden Produkt sein. Wer sich an der Vorarbeit der Experience Map orientiert, hat den entscheidenden Vorteil, dass diese essentiellen Eckdaten bereits dem Team vertraut sind und anschließend ohne großen Aufwand im Storyboard realisierbar sind. Bestenfalls kann sich hierbei einer semi-fiktionalen Persona bedient werden, welche im Rahmen eines spezifischen Szenarios vorgestellt wird.

Vielen sind Storyboards höchstwahrscheinlich bereits aus Film und Fernsehen bekannt. Ästhetik schön und gut – ein mangelndes zeichnerisches Talent sollte keinesfalls den Erfolg eines Storyboards einschränken. Der folgende Schritt zielt nämlich darauf ab, das zuvor erfasste Nutzerszenario mittels mehreren visuellen Sequenzen zu demonstrieren. Wie gesagt; Zeichnen ist kein Muss. Egal ob Skizzen, Fotografien, Illustrationen oder simple Symbole. Hauptsache ist, die Visualisierungen enthalten für das allgemeine Verständnis relevante Details, wie Sprechblasen oder Interaktionsräume der Persona.

Um eine Anwendung zu visualisieren, reichen bereits einfache Skizzen

Um sämtliche Aktionen, Informationen zur Umwelt und involvierte Emotionen final noch eine Stufe detaillierter zu beschreiben, sollte jeder Visualisierung eine treffende Bildunterschrift hinzugefügt werden. Bilder stehen auf diese Weise in einem sinnvollen Kontext und verdeutlichen beispielsweise im UX-Design den Mehrwert bestimmter Features einer Anwendung.

Dem Sprint mittels Design Principles eine Form geben

Storyboards bilden einen essentiellen Bestandteil des Product Design Sprints, denn sie geben auch Teammitgliedern, die für gewöhnlich nicht in Abschnitte der Entwicklung involviert sind, einen nutzerzentrierten Einblick in die Funktionsweisen einer Anwendung. Sämtliche Informationen, die sie im Rahmen des Storyboards teilen, bleiben aufgrund ihres visuellen Charakters nachhaltig im Gedächtnis des Teams verankert. Diese Visual Benefits eröffnen darüber hinaus einen einzigartigen Zugang, mit der Geschichte eines potentiellen Users zu empathisieren und einen emotionalen Bezug zur weiteren Produktoptimierung oder Produktentwicklung aufzubauen. 

Weiter geht es nun mit dem Aufstellen von Produkt Principles. Unter welchen Rahmenbedingungen soll das Produkt (weiter-)entwickelt werden? Welche Ansprüche werden an die Usability gestellt? Und welche an die Ästhetik? Der folgende Step soll Aufschluss geben.

Zurück zur Übersicht