Der Product Design Sprint 3: Design Principles fixieren

Agile Arbeitsmethoden und dazugehörige Tools wie Scrum sind mittlerweile fester Bestandteil in unzähligen Unternehmen. Sobald Projekte jedoch über einen längeren Zeitraum geplant werden, erscheinen schnelle Lösungen in weiter Ferne. Mit der Komprimierung auf ein Zeitfenster von fünf Tagen zeigt der Product Design Sprint, dass es auch anders geht.

Design Principles bilden dabei die Rahmenbedingungen, unter diesen die zuvor erarbeiteten Konzepte in Form eines Prototyps realisiert werden. Sie bieten fundamentale Ratschläge, um einfach verständliche Designs zu kreieren und ermöglichen darüber hinaus die Prognose, wie der User auf die geplante (Neu-)Entwicklung reagieren könnte. Selbstverständlich sollte die Basis für die Umsetzung eines solchen Guides in einem fundierten Wissen über die Zielgruppe und deren Pain Points liegen. Wer also bereits die ersten beiden Tage des Product Design Sprints mit seinen Stufen Experience Mapping und Storyboarding absolviert hat, ist von klarem Vorteil. Keep It Simple Stupid – die Reduktion auf das Minimum soll sich im Laufe des dritten Tages zu einer Art Leitsatz entwickeln. Die Ausarbeitung der finalen Anwendungsskizze, die im Laufe dieses Tages mit dem Team erarbeitet wird, findet erst am folgenden Tag statt. Also nur die Ruhe: heute stehen Skizzieren und Diskutieren im Vordergrund

Auf den langfristigen Mehrwert von Design Principles setzen

Eigentlich lassen sich Design Principles sehr einfach erklären, denn sie lehnen sich in vielerlei Hinsicht an den „normalen“ Sprachgebrauch an. Prinzipien sollen das Produkt für das Team und natürlich auch den Nutzer greifbar machen. Kurz gefasste Faustregeln bilden den Rahmen für die funktionale und ästhetische Weiterentwicklung. Ähnlich einem roten Faden ziehen sich diese durch so viele Designprozesse wie möglich, um nicht nur eine einheitliche User Experience zu schaffen, sondern auch den Produktcharakter zu festigen.

Welche Kerneigenschaften charakterisieren die Anwendung?

Zu Beginn sollte sich das komplette Team darüber bewusst sein, welche Kerneigenschaften die eigene Anwendung definieren. Als einfachsten Schritt können diese Product Value Propositions bereits vor dem Sprint beispielsweise durch den Product Manager definiert und anschließend im Team diskutiert werden. Die Zusammenfassung mehrerer charakteristischer Adjektive bildet dabei den Grundstein für die späteren Design Principles. Meist spiegeln bereits fünf abgeleitete Prinzipien die Richtlinien für die Konzeption und das Design des anschließenden Prototyps wider.

Design Principles im Prototyping skizzieren

Propositions, Principles, Prototypes – die Reihe an UX-Anglizismen mit dem Anfangsbuchstaben P scheint ins Endlose zu gehen. Also nun zu der guten Nachricht: der finale Schritt des dritten Tages steht an.

Wer bereits mit den agilen Arbeitsmethoden des Lean UX vertraut sein sollte, dem kommt die folgende Grafik möglicherweise bekannt vor:

Skizzieren, Präsentieren, Kritisieren – der Kreislauf des Prototyping

Die zuvor erstellte Experience Map, inklusive Persona und Nutzerszenarien, sowie das Storyboarding bilden den perfekten Ausgangspunkt, sich erstmals an die Sammlung konkreter Konzeptideen heranzuwagen. Auch in diesem Abschnitt des Sprints bietet es sich an, das Team in verschiedene Parteien aufzuteilen und somit verschiedene Konzepte aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.

Grob gesagt liegt das Ziel dieser Session darin, innerhalb von 10- bis 15-minütigen Timeslots Konzeptideen zu skizzieren und diese anschließend im Team zu bewerten. Die Basis der Design Principles im Blick behaltend, ist der Vorgang mit wissenschaftlichen Arbeiten zu vergleichen. Die Hypothese, also die Design Principles, gilt es im Rahmen der Diskussion zu verifizieren oder zu falsifizieren und somit zu verwerfen. Lediglich umsetzbare Konzepte sollten im weiteren Sprint berücksichtigt werden. Gerne kann sich dabei auf das Kernkonzept des Lean UX bezogen werden: das Minimum Viable Product. Mit der Reduzierung auf die Essenz des Konzepts fallen (teils) unnötige Verschnörkelungen weg und lediglich die simpelsten Versionen der Skizzen werden präsentiert.

Tag 3 des Sprints Revue passieren lassen

Das Ziel der Woche nähert sich in großen Schritten – und das mit weit weniger Anstrengung, als der Begriff „Sprint“ vielleicht prognostiziert. Das Zusammenfassen der Design Principles an Tag 3 ermöglichte es sämtlichen Teammitgliedern, einen konkreteren Überblick darüber zu bekommen, welche Eigenschaften die Anwendung in ihren Grundzügen charakterisiert. Und ein schöner Effekt on Top: die Design Principles können nicht nur auf den aktuellen Sprint, sondern im Bestfall in sämtlichen Optimierungs- und Implementierungsprozessen angewandt werden.

Am Tag 4 geht es nun weiter mit einer detaillierten Ausarbeitung der bis dato noch schemenhaften Produktskizzen: das Vision Prototyping steht an.