UI-Gestaltungsrichtlinien: Windows 10

Ein einzigartiges Design ist ohne Frage das Aushängeschild einer erfolgreichen App. Nichtsdestotrotz können bereits kleine Bugs wie ein ruckelnder Bildschirm die User Experience stark beinträchtigen. Umso wichtiger ist es, die Anwendung stets an die Anforderungen des jeweiligen Betriebssystems anzupassen. Mithilfe bestimmter Gestaltungsrichtlinien lässt sich so eine unkomplizierte Interaktion zwischen Mensch und Maschine erzielen. Im Anschluss an die Beiträge über iOS und MacOS beziehungsweise Android und Chrome OS darf ein Betriebssystem in diesem Sinne nicht unkommentiert bleiben: Windows 10.

Den Klassiker der Betriebssysteme kennt wahrscheinlich jeder: Windows 10

Geschmeidig mit dem Fluent Design-System

Der Faktor Natürlichkeit wird im Fluent DesignSystem großgeschrieben. Die eigens von Windows entwickelten Gestaltungsrichtlinien dienen der Orientierung an den essentiellen Kriterien Flexibilität, Einfühlsamkeit und Ästhetik. Auch wenn diese Kriterien zunächst nicht unbedingt mit der Entwicklung einer digitalen Anwendung in Verbindung gebracht werden, bietet Microsoft eine Vielzahl an Werkzeugen zur gelungenen Umsetzung in der Praxis.

Die Flexibilität beschreibt dabei die Anpassungsfähigkeit der App an verschiedene Bildschirmgrößen. Greifen Nutzer*innen also von verschiedenen Geräten auf die Anwendung zu, sollten diese durch den Wechsel des Screens keine Einschränkungen erleben. Ähnlich verhält es sich mit dem Aspekt der Einfühlsamkeit: die Bedürfnisse der User haben dabei stets oberste Priorität. Was im Rahmen der User Experience also besonders zählt, ist die Verständlichkeit. Diese kann durch den Einbezug von physikalischen Effekten nicht nur die Ästhetik der Anwendung unterstreichen, sondern durch den Aufbau einer visuellen Hierarchie auch die Benutzerführung unterstützen. Relevanter Content wird auf diese Weise automatisch organisiert und Interaktion zwischen Usern und Geräten verläuft zunehmend intuitiv.

Die Universelle Windows Plattform

Die Universelle Windows Plattform ist quasi das Herzstück von Windows 10, denn sie ermöglicht Entwickler*innen mithilfe spezieller Entwurfsanleitung die gelungene Umsetzung des Fluent Design-Systems. Für einen Großteil der von Microsoft entwickelten Geräte geeignet (also PCs, Smartphones und sogar die Xbox) können so verschiedene Features entsprechend der Gestaltungsrichtlinien problemlos in die App integriert werden. Die Neucodierung der einzelnen Elemente ist dabei nicht nötig, da ein Großteil der Codes bereits in den Anleitungen enthalten ist.

Selbstverständlich verfolgt Microsoft mit der Bereitstellung eines solchen Guides bestimmte Ziele. Das Fluent Design setzt sich aus essentiellen Elementen sowie optionalen Funktionen zusammen. Auf diese Weise ist es möglich, die App für das Betriebssystem konform zu entwickeln und dennoch die eigenen ästhetischen Anforderungen zu erfüllen.

Gestaltungsrichtlinie 1: Natürlichkeit

Aus den Einführungsbeiträgen zu iOS und MacOS beziehungsweise Android und Chrome OS haben wir gelernt: die Kombination von digitalen Inhalten mit dem Faktor Natürlichkeit führt eigentlich immer zu einem stimmungsvollen Endergebnis. Die Idee hinter Windows 10 ist dabei, jedem einzelnen Bestandteil auf dem Screen den Anschein eines individuell gestalteten Elements zu verleihen. Dies lässt sich am einfachsten durch den Einbezug von Effekten erreichen, die uns aus unserer physischen Umwelt bereits bekannt sind. Allein der Blick auf dem Fenster kann bereits bei der Gestaltung von real anmutenden Schattenwürfen und Lichteinfällen unterstützen.

Um diese Gesetze auch konsistent auf die verschiedenen Bildschirmgrößen anpassen zu können, lohnt sich die Orientierung an gewissen Breakpoints. Ebensolche relevanten Größen innerhalb des Designs dienen als Anhaltspunkte für dynamische Layouts, welches auf sämtlichen Geräten voll funktionsfähig sind.

Gestaltungsrichtlinie 2: Intuitivität

Die Interaktion zwischen Mensch und Maschine steht an oberster Stelle, wenn es darum geht, eine reibungslose User Experience zu gewährleisten. Dementsprechend kommt es den Nutzer*innen entgegen, wenn das Interface den Erwartungen entsprechend reagiert. Bekannte Steuerelemente sind oftmals global verständlich und Bestandteil einer universellen Sprache. Um den User hingegen die individuelle Sprache von Windows 10 näherzubringen, empfiehlt es sich, das Design entlang wiederkehrender Muster oder auch Design Patterns auszurichten. Da Nutzer*innen keine passiven Wesen sind, spielt vor allem die Navigation in Kombination mit Optionen der Interaktion eine ausschlaggebende Rolle. Dynamische Benutzeroberflächen lassen sich so beispielsweise durch Kontextmenüs bereichern und festigen neben der Verständlichkeit auch die Freude an der Nutzung.

Gestaltungsrichtlinie 3: Immersion

Immersion beschreibt im UX-/ UI-Design den Prozess, mittels der digitalen Benutzeroberfläche den Eindruck einer realen Umwelt zu vermitteln. Die physikalischen Effekte, wie sie bereits zuvor angesprochen wurden, spielen in diesem Kontext natürlich eine ausschlaggebende Rolle. Um diese Effekte noch einmal zu vertiefen, lohnt es sich, zunächst den Fokus auf das Licht zu richten. Das Betriebssystem Windows 10 arbeitet vor allem mit dem Reveal Highlight, welches interaktive Elemente durch Licht hervorhebt, und dem Reveal Focus, welcher aktive Elemente durch Licht betont. Das vermeintlich reale Leuchten hält dementsprechend nicht nur die Aufmerksamkeit am Leben, sondern unterstützt zusätzlich die Navigation. Ein ähnlicher Effekt ist der Tiefe zuzuschreiben, die mittels einer visuellen Hierarchie das Gesehene lebhaft erscheinen lässt und besonders mit dem Faktor Bewegung harmoniert. Sofern Animationen und Co. also nicht zu einer Reizüberflutung führen, eignen sich Bewegungsabläufe für die Förderung der Konzentration und der Verständlichkeit der Seitenarchitektur.

Die App an Windows 10 anpassen

Eine App kompatibel für Windows 10 zu entwickeln ist definitiv kein Hexenwerk. Mithilfe der Gestaltungsrichtlinien des Fluent Design-Systems ist es möglich, ästhetische Präferenzen mit den Anforderungskriterien von Microsoft zu kombinieren. Die Auflistung an passenden Toolkits unterstützt den Prozess zusätzlich und leitet das finale Design in die richtige Richtung. Um eine Anwendung also den eigenen Idealvorstellungen entsprechend zu gestalten, bedarf es lediglich eines passenden Programms, ein wenig Zeit und eventuell etwas Kaffee.